REVIEWS

Fursaxa / Mycorrhizae Realm

mycorrhizae realmmycorrhizae realmMycorrhiza ist die fast poetische Geschichte einer mutualistischen Beziehung, eingegangen zwischen zwei Lebewesen: Pilz und Pflanze. In Verschmelzung leben jene gleichberechtigt beisammen  - als Einheit, die ihren Zugang zum Quell des Lebens zu optimieren versteht. Ein solch wundersam besetztes Reich betritt Tara Burke (a.k.a. Fursaxa) auf ihrem nunmehr siebten Album „Mycorrhizae Realm“. Erstmals hat sie dafür ihr Haus verlassen, um im Hexham Head Studio in Philadelphia gleichsam sieben Songs einzuspielen. In Anklang an die symbiotische Idee war sie dabei nicht allein, einige Musiker aus dem früheren „Valerie-Projekt“ (ein Live-Soundtrack zum tschechischen 70er Jahre Film „Valerie and her week of wonders“), wie z.B. Helena Espvall (Espers) halfen aus, das musikalisch mäandernde Geflecht zu bilden, das sich auf „Mycorrhizae Realm“ großflächig ausbreitet. Der Opener „Lunaria Exits The Blue Lodge“ ist behutsam beschwörender Auftakt dessen: Taras Stimme tönt zu zarten Klängen, ein Windspiel klimpert. Wir begeben uns auf die Reise, gleiten  langsam hinüber in eine mystische Parallelwelt, die sich in den folgenden Songs nur weiter und tiefer entspinnt. Die Instrumentalisierung wird dabei von urtümlich anmutenden Field-Recordings,  dichten Celloflächen, Harfen-Klängen und gezupfter Gitarre bestimmt. Darauf wandert Taras, oft mehrstimmiger glockenheller Gesang mit der Eindringlichkeit einer Sirene. In „Sunhead Bowed“ erreicht er einen dramatischen Höhepunkt: Gitarre und Stimme verschmelzen melodisch zu einem Harmonie-Kontinuum, um plötzlich beiderseitig fordernd über eben Gehörtes hinaus zu drängen. Perepetie. Ekstase, Erfüllung, Transzendenz. „Mycorrhizae Realm“ ist ein Album der Hingabe – körperlos, meditativ, hypnotisch, kraftvoll. Die Reminizenzen an mittelalterliche Mystik/Sakralität und an Psychedelic Folk (vor allem Linda Perhacs) vereinen sich auf ihm zu einem grandios entrückten Epos, in das einzutauchen die eigene Existenz schier vergessen lässt. Wie Tara Burke es gern hören würde, vermag es, ganz Floskel-frei: „to transport you to the Fairyland“. -- Eileen Seifert

:: Fursaxa / Mycorrhizae Realm - ATP Recordings/Indigo




Konrad Sprenger / Versprochen

versprochenversprochenVersprochen ist versprochen, heißt es, ohne dass damit Versprecher gemeint sind. Konrad Sprengers Sammlung von 12 versprochenen Klangwerken vergnügt sich mit dem Falschgesagten, oder vielleicht Fehlvertontem. Sein „Versprochen“ ist eine assoziative Klangkompositionsfolge, in der es klangbildlich meist monogam vor sich geht. Der „Freier im Wald“, mit dem das Album beginnt, ist eine Geräuschkomposition mit Dampflokomotive; die abschließende „Artischocke und die Blaue Banane“ ist ebenfalls klanglich leicht zuzuordnen: eine fröhliche Saloonklaviermusik. In „T>R>P> S“ kommen zwar menschliche Stimmen zum Tragen aber ohne Worte zu artikulieren. Sie sind eher vergleichbar mit den Vogelstimmen, mit denen „Polendina“ komponiert wurde. Oder den Blasinstrumenten der „Alle Dinge eine Weile“. Den akustisch anmutenden Tönen stehen minimalistische Modulationen zu Seite („Fenchel“), kurze Stücke stehen im Wechsel mit langen, und einzelne Elemente wandern von einem Stück in ein späteres, alles in langsamen bis moderaten Tempi. Seltener sind heterogenes Zusammenspiel verschiedener Instrumente und klanglicher Abfolgen, die sich Sprenger zu einem vielschichtigen klanglichen Gebilde zusammenstellt - obwohl er sich auch in seinem Namen irrt: er heißt Jörg Hiller und produziert Kunstschallplatten auf dem eigenen Choose Label in Berlin (choose-records.de).-- Jorn Ebner

:: Konrad Sprenger/Versprochen - Schoolmap Records/A-Musik




Andrew Pekler / Entanglements in the Orthopedic Sensorium

entanglementsentanglementsDie „Verstrickungen im orthopädischen Sensorium“ von Andrew Pekler sind klanglich verwandt - auch hier sind elektronisches und akustisches miteinander verwoben -, allerdings anders strukturiert und organisiert. Während Sprenger sein Material eher trennt, hat Pekler disparate Versatzstücke in vier längere, ruhige Kompositionen gesteckt. Mal scheinen traditionelle Musikformen die Ausgangstimmung zu bestimmen, dann klingen vermeintlich Filmmusiken mit, und ist das wirklich ein Booker T. Feedback, oder eines im Stil von...? Auf vorherigen Alben hat Pekler anonyme Gebrauchsmusik zum Vorbild genommen. Auf dieser Vinylplatte sind die klanglichen Anspielungen an bekannte Musikformen kurz angerissen aber selten lange ausgespielt, wodurch sie den Charakter eines Instruments erhalten, und weniger den eines musikalisches Genres. Auch wenn jedes der vier Stücke ans Tanzen appelliert - mal ist es ein Bop, mal ein Walzer - ist der Fuß im Sinne der Sensorien kaum angesprochen. Eher, als Fantasiestück über Bewegungsabläufe. -- Jorn Ebner

:: Andrew Pekler/Entanglements in the Orthopedic Sensorium - Schoolmap Records/A-Musik




Zeitkratzer - [Old School] // The Embassadors - Coptic Dub

john cagejohn cageMusik von Cage oder dem hierzulande etwas unbekannteren Tenney zu genießen, gilt als nicht gerade leichtes Unterfangen. Im Vorfeld dieser Rezension witzelte eine Freundin, der ich von meiner anstehenden Rezension erzählte, sie höre Cage durchaus mal gerne, doch nicht länger als 4:33. Nun, diese Performance der Stille, betitelt mit 4:33, die in der Länge durchaus variabel sein kann und besser als Video zu präsentieren wäre, ist hier nicht dabei. Die vom Zeitkratzer Ensemble eingespielten und von Reinhold Friedl dirigierten Stücke der beiden Komponisten fordern vom Zuhörer einen Abstand vom hektischen Alltag. Man sollte sich nicht bloß Zeit nehmen, sondern auch all die drängenden Gedanken ums tägliche Überleben beiseite schieben, sehr weit, um der Gefahr zu entgehen, auf eine Geduldsprobe gestellt zu werden. Die Aufnahmen haben weitaus mehr zu bieten.  Die Pionierarbeit der beiden amerikanischen Experimentalisten des Klangs verbreitet einen akademischen Charme, stellt die Musiker vor Aufgaben, deren man sich bewußt sein sollte, wenn man sich als Hörer auf die Stücke einlässt. Erst dann erkennt man die neuartige Herangehensweise der Komponisten und die Tragweite dieser Neuen Musik. Von John Cage sind die Stücke (1) Four6 [1992], (2) Five [1988] und (3) Hymnkus [1986] aufgenommen worden. Der Zeitumfang beträgt insgesamt 65 Minuten. Die Aufnahmen sind als Ensemblestücke zu hören und haben kammermusikalischen Charakter. Die Klänge entstammen üblichen Instrumenten. Dadurch wird ein dichter Klangkörper geschaffen, der mit heterogen wirkenden Tonerzeugungen so nicht möglich wäre. Unweigerlich rückt die Struktur und der Ablauf musikalischer Ereignisse ins Zentrum, weniger eine Offenheit gegenüber diversen james tenneyjames tenneyKlangmöglichkeiten und deren Emanzipation. Ist man an den Abläufen interessiert, findet man eine hervorragend eingespielte und produzierte CD. Von James Tenney sind berücksichtigt worden: (1) Harmonium #2 [1976], (2) Critical Band [1988] und (3) Koan: Having Never Written a Note for Percussion [1971]. Die Gesamtzeit beträgt 48 Minuten. Es handelt sich um Textures, die deutlich das Interesse für psychoakustische Phänomene des Komponisten zeigen. Wer den Komponisten Tenney schon kennt, erhält eine Bereicherung für seine Sammlung. Wem die psychoakustischen Experimente aber noch unbekannt sind, sollte die Chance wahrnehmen, sich mit seiner Musik vertraut zu machen. Der Saxophonist und Klarinettist Hayden Chisholm (http://www.haydenchisholm.net) ist sowohl im Zeitkratzer Ensemble als auch bei The Embassadors federführend aktiv. Es macht einen besonderen Reiz aus, diese neuen Alben in einem Kontext zu besprechen, gerade dann, wenn die Herangehensweisen kaum unterschiedlicher sein könnte.
Emotionalen Charme verbreitet Chisholm mit “Coptic Dub”. Mit der Entwicklung des Modalen Jazz im 20. Jhd. wuchs auch das Interesse, sich mit anderen Musikrichtungen auseinanderzusetzen. Bekannte Beispiele sind Öffnungen gegenüber Rock, Funk, der World Music oder der Neuen Musik. The coptic dubcoptic dubEmbassadors um Hayden Chisholm haben den Dub einbezogen, der es erlaubt, den Rhythmus stärker zu betonen und Solopassagen als auch Textures zur atmosphärischen Verdichtung einzusetzen. Stehen nicht mehr Soloinstrumente im Mittelpunkt des Geschehens, wird die Aufgabe, Spannung zu erzeugen, auf alle Instrumente gleichermaßen gelegt: Dies erfordert einen abwechslungsreichen Umgang mit Phrasierungen, Spielweisen, möglicherweise Effekten und läd dazu ein, auch die Klangvielfalt von Synthesizern (und Samplern) einzusetzen. The Embassadors bieten all diese Bereichungen - und mehr. Die Stücke verweisen teilweise aufeinander, zitieren, variieren. Dadurch wird der atmosphärische Eindruck noch verstärkt. Und der Ursprung des Dub klingt phasenweise aus der Ferne an: durch integrierte Steel Drums. Ich hatte den Eindruck, als erzählen Chisholms Instrumente eigentlich nicht, sondern schauen! Sie legen sich wie ein Blick auf eine Landschaft, in eine Straßenflucht ...dies eröffnet dem Hörer die Möglichkeit, mit den Stücken auf eine Reise zu gehen. -- Reinhard Matern
   
:: Zeitkratzer/[Old School] John Cage/James Tenney - Zeitkratzer Records/Broken Silence
:: The Embassadors /Coptic Dub - Noneplace/Groove Attack




Chicago Underground Duo - Boca Negra

boca negraboca negraInstrumental prowess can sometimes seem self-defeating in contemporary music. Time after time, technique developed over years of painstaking practice is put to service in music that only serves to lay bare players' tragic lack of imagination, or is reduced to a mechanical running through of the musician's 'bag of tricks', impressive only to aficionados of the specific instrument. This is music as spectacle, and the artistry on display often has more in common with the circus side show, the sword swallower or the geek, than anything that might be described as music. One feat of wonder displayed by Chad Taylor, one half of the Chicago Underground Duo, seems on paper as if it could be booked into the big top without delay. Taylor plays drums and vibraphone simultaniously during the duo's cover of Ornette Coleman's 'Broken Shadows'. As implausible as it may sound the results are quite breathtakingly beautiful. Rob Mazurek's delicate cornet playing adds subtle shading and commentary alongside his partner's sizzling, tumbling drums and austere vibraphone melodies. Coleman's composition is stripped to a melodic shadow, while Taylor's polyrhythmic attack takes centre stage. Other instrumental parts float in the listener's imagination, filling in the spaces outlined by the Duo's nimble playing. That both halves of The Chicago Underground Duo are master's of their chosen instruments is almost irrelevant to the music here. There is a great deal of jaw dropping drumming and superb cornet playing on this disc, but tracks such as 'Hermeto', where the main focus is on luminous-sounding keyboards and electronic processing are just as fine as the real-time-sounding interplay on 'Green Ants'. 'Confliction' begins with some purposefully heavy handed piano sounds and Mazurek gets the chance to play some beautiful free form cornet before the bass and drums drop in. This music is rooted in the jazz tradition, but doesn't feel constrained by conventions of expectations that the genre might imply. The production is warm and inviting, making even the wilder segments of playing seem almost soothing. Chicago Underground Duo have created music that just happens to be innovative, stylish and often beautiful. What more can be asked? -- Nick Ilott

:: Chicago Underground Duo/ Boca Negra -- Thrill Jockey/Rough Trade. 




Paul Baran - Panoptic / Machinefabriek - Blank Grey Canvas Sky

panopticpanopticPaul Baran (Jg. 1975) erzählt musikalisch mit “Panoptic” aus einer speziellen Perspektive: Den Begriff Panoptikum hat Michele Foucault als Symbol für die Überwachungs- und Herrschaftsstruktur der modernen Gesellschaft geprägt (in: Überwachen und Strafen, Suhrkamp Verlag). Foucault bezieht sich seinerseits auf Jeremy Benthams Entwicklung eines gleichnamigen Modell Gefängnisses (19 Jhd.), in dem die Überwachung der Insassen perfektioniert wurde. Geht man mit offenen Augen durch die Großstädte unserer Gesellschaft, sieht man Kameras, die unterschiedslos jeden als beobachtungswürdig einstufen. Damit nicht genug: Gesellschaftlich geht es ebenso um biometrisch modifizierte Ausweispapiere, die digitale Kommunikation und den Reiseverkehr. Eine Grenze ist derzeit nicht in Sicht. “Panoptic” ist Programm: Im ersten Stück, dem “Scotoma Song” (1), der den blinden Punkt des Auges zum Thema hat, beschreibt der gesungene Text den Verzicht auf die eigene Person: Keine Erinnerung, keine Meinung, keine Papiere und Ausweise, nicht sagen zu können, wer man ist: “I sing my own song and I forget my life.” Der Klang wird durch die schräge Stimme, eine trashige Orgel, die wie ein ausrangiertes Akkordeon klingt, und Drums geprägt. Erinnert wurde ich an die besten Zeiten von Tom Waits. Weitere Titel der CD wie “Love Under Surveillance” (6) oder “To Protest In Their Silence” (9) tragen das Programm auf direkte Weise weiter. Es endet mit “Pomerol” (11) in einer vielfach verbürgten Ablenkung: “We are alive and we drink and we drink.”
Nur das erste Stück erinnert an Popsongs. Die folgenden Titel zeigen Paul Baran und seine gelandenen Mitstreiter als musikalische Minimalisten, die auch die freie, nicht aber solistische Improvisation einsetzen. In “Brauzenkeit” (4) verweigert sich die akustische Gitarre mit trashigen Klängen, im hinzugefügten Mix des gleichen Titels von Ekkehard Ehlers (7) werden diese Aufnahmen durch ein Hochpassfilter gejagt und lassen bloß noch britzelndes Noise übrig. Die akustische Gitarre ist nicht das einzige Instrument, das besondere Beachtung erhält. Auch das Euphonium und das Piano sind in den Stücken zentral zu hören. In “Love Under Surveillance” stellt Paul das Piano in den Mittelpunkt. Mich erinnert die Aufnahme stark an die CD ‘Open To Love’ von Paul Bley (1973, ECM Records). Barans Titel ist allerdings wesentlich reduzierter und mit Geräuschen des Instruments durchsetzt. Den Höhepunkt der CD bietet “To Protest In Theire Silence” (9). Die Instrumentierung umfaßt ein “Soundboard processing” und stellt dieses sogar in den Mittelpunkt. Es wird mit extremen Filtereinstellungen (inklusive Formantfilter und hohen Resonanzwerten) gearbeitet, ein Prasseln von Klängen erzeugt, das die Stille, die Gleichgültigkeit der Menschen hart attakiert.

Paul Baran ist noch relativ unbekannt. Er lebt in Glasgow. Mit von der Partie sind Keith Rowe (Prepared Guitar), Werner Dafeldecker (Double Bass, analogue electronic processing, Walkie Talkie, Voice), Armin Sturm (Double Bass), Rhodri Davies (Prepared Harp), Sarah Whiteside (Cello), Andrea Belfi (Drum-Kit, electronic processing), Gordon Kennedy (Soundboard processing), Davy Scott (Acoustic Guitar), Timothy Cooper (Euphonium). Erschienen ist Paul Barans Produktion in einem kleinen schwedischen Label namens “Fang Bomb” (http://www.fangbomb.com), das von Petter Ottosson in Göteborg seit 2006 unterhalten wird. Er selber verfügt über langjährige Erfahrungen mit experimenteller Musik.
blank grey canvas skyblank grey canvas skyEbenfalls bei “Fang Bomb” erschienen ist “Blank Grey Canvas Sky” von Peter Broderick & Machinefabriek (Berlin/Rotterdam). Diese Produktion ist anders konzeptioniert. Zwar kommen auch hier minimalistische Tendenzen zum Tragen, doch es werden im Unterschied zu Paul Baran musikalische Idyllen gesucht. Im ersten Titel, “Departure” (1), taucht im Pianospiel noch eine fragende Sept auf, es erhebt sich im Fortgang des Stücks eine drohende Tonwand empor. Doch mit den nächsten Titeln wird die Musik milder, phasenweise sanfter Songwriter Pop: so im zweistimmigen Gesang zur Gitarre in “Rain” (4), um schließlich in “Homecoming” das vorläufige Ziel, die nahezu perfekte, leicht melancholische Idylle zu erreichen. Eine solche Tendenz ist nicht bloß in der experimentellen Musik zu finden, ebenso im zeitgenössischen Jazz (Smooth Jazz). -- Reinhard Matern

:: Paul Baran/ Panoptic, CD, Fang Bomb/A-Musik (Vertrieb & Mailorder)

:: Peter Broderick & Machinefabriek/ Blank Grey Canvas Sky, CD, LP, Fang Bomb/A-Musik 




Pit Er Pat - The Flexible Entertainer

the flexible entertainerthe flexible entertainerThe songs on The Flexible Entertainer were written with live performance in mind. Listening to the treated and tweaked beats contained within this might seem surprising. Taking cues from producers like Timberland or the Neptunes the drums stutter, start and stop, accompanied by synth noises, sung-chanted vocals and winding, circular guitar figures. 'Water' is a foot tapping stab at an almost pure pop approach with Fay Davis-Jeffers chanting playground-style something like Kelis or Gwen Stefani. Although it's easy to imagine how this track would go over well played loud at an outdoor festival, but it is a little odd hearing a band that presents itself as being in some way experimental or avant-garde aping a mainstream music style that was current seven or eight years ago. Fortunately while some other songs also flirt with pastiche (or perhaps homage) they sound fresher than the admittedly exhilarating drive of 'Water'. For the most part Butchy Fuego's guitar parts and Fay Davis-Jeffers vocals sound like more or less continuous performances while the looped and chopped beats provide drive and structure and the other elements add colour where necessary. Listening to the voice and guitar play to against each other gives the impression of this being an odd kind of 21st century folk music and this duo sound something like a modern day refracted and deconstructed version of the Carter Family. There is a film soundtrack-like spy movie atmosphere running through many tracks particularly 'Night Room'. 'Emperor of Charms' features some impressively wigged-out snake-charmer guitar work at the end. 'Specimen' has an appeailing dubby bass-heavy vibe and even features a melodica. Taken as a whole, the repetitive nature of the melodies in these songs can drift between seeming hypnotic and just being maddening. Listened individually though, many tracks are inventive without being inaccessible and danceable without being too dumb to listen to outside of the dancefloor. The record label suggests 'play it multiple times at high volume for best listening results', if that idea appeals The Flexible Entertainer could be for you. -- nick ilott.

:: Pit Er Pat/The Flexible Entertainer - Thrill Jockey/Rough Trade. 




The Album Leaf - A Chorus of Storytellers

a chorus of storytellersa chorus of storytellersA Chorus of Storytellers shimmers into existence to the chatter of indecipherable voices, glitchy noises and a sequence of chords remarkably reminiscent of Brian Eno's The Big Ship. The rest of the album has similarities to The Big Ship's parent album, Another Green World with its washes of electronically-treated noises interspersed with more conventional songs and the general aura of numbed surrender. In contrast to Eno's knowing camp though, Jimmy LaValle and his cohorts play things fairly straight. 'There is a Wind', the first track with vocals, has an understated grandeur typical of this collection. The lyrics, delivered in a manner not unlike a heavily sedated Michael Stipe, sketch out a quiet drama contained in pauses of conversation and tensions left unexpressed. 'There is something in the way/there is something I can't say' murmers LaValle, sounding somewhere beyond any intensity of expression. The contrast between the lush, romantic textures of the strings on 'Within Dreams', or the slide guitar in 'Tied Knots' which rivals the KLF's 'Light a Fire' in it's understated plangency, and the disconnected vocal approach inverts the more usual arrangement of a singer emoting over a relatively restrained accompaniment. 'Falling from the Sun' is something like how the Flaming Lips might sound if they were less self-consciously 'zany'. 'Stand Still' begins with stately grace of Massive Attack's 'Weather Storm' but ends with characteristically warm and lush sounding textures, by the time the pizicato string part arrives it has moved a very long way from chilly minimalism or claustrophobic paranoia as the whole thing tails off into a huge soft blur of reverb. The gentle, but epic nature of the arrangements also bring to mind Sufjan Stevens and despite the fact that  less than half the songs have lyrics the cycles of undefined images leave a lasting impression on the listener. 'We Are' brings it all together: 'Under the night sky/ the twilight/ we find ourselves here again/ breaking out of standstills/ we are drifting from the shore/ we are covered in the landslide/ we are climbing off the floor'. Always a poet at heart, Leonard Cohen recently remarked 'most of us cherish some sort of dream of surrender', this music might be the sound of that surrender. -- Nick Ilott

:: The Album Leaf/A Chorus of Storytellers - Sub Pop/Cargo. 




Jack Rose - Luck In The Valley

luck in the valleyluck in the valleyJack Rose, Jack Rose, Jack Rose. Es kursieren ein paar Nachrufe im Netz, schaut mal bei Arthur Magazine vorbei, der Junge hat sich ja leider nun mit erst 38 Jahren endgültig nach Hause verabschiedet, der 5te Dezember letzten Jahres wars glaub ich, ein Herzanfall. Jammerschade dies, denn Jack Rose war ein Original, einer der wirklich raren „echten“ Musikern, Herz und Talent am rechten Fleck. Immerhin hat es Jack zweimal nach Berlin geschafft, im Januar 2007 in der Zentralen Randlage auf Tour mit den Belgisch Funeralfolkers Ignatz + Silvester Anfang, ein sehr schönes Konzert, auch schön anzusehen wie ihm nach seiner italienischen Pizza und dem obligaten Bier ein zufriedenes Lächeln entweicht, kurz und knapp nur, denn Jack hatte das seltene Talent, knarzig verstimmt und karg murrend zu wirken, für Aussenstehende zumindest. Ein Jahr später im West Germany zusammen mit Keith Woods/Hush Arbors war es dann soweit, der Sound des Abends war Müll und direkt nach dem Gig schien es einen Moment lang der Typ erschlägt mich jetzt. Nix passiert ausser Grollen und Wettern, lucky me - eine originellere Analogie fällt mir jetzt nicht ein, Jacks Gemütszustand ist in etwa mit dem eines Bären zu vergleichen, es wird zwar ständig und auch mal heftig gebrummt, ein Glässchen Honig aber zur rechten Zeit wischt sofort allen Unmut vom Tisch. Sein neues Album Luck In The Valley wird nun als sein Vermächtnis bestehen bleiben, von den vielen Live-Mitschnitten, Bootlegs und Compilations mal abgesehen, die da ganz sicher noch folgen werden. Luck In The Valley ist ein Jack Rose-typischer Folk-Blues-Country-Raga Blend, samt Steel Strings, Jews Harp, Fiddle, Banjo und Jug als Instrumente, Jacks Fingerpicking und Slide-Spiel sind wie stets überaus exzellent, wobei die Tracks Tree In The Valley und Moon In The Gutter wohl am besten das mulmige Gefühl unterstreichen das beim Hören bleibt, mit all den unerfreulichen Umständen im Gepäck. Zur Zeit gibt es ein paar Tribute-Konzerte drüben in Philly, NYC und London, gehet und sehet, mit zumeist wahlverwandten Kollegen und Kollaborateuren wie u.a. D. Charles Speer, Meg Baird, Chris Forsyth, den Black Twig Pickers und auch der verbliebenen Restmannschaft von Jacks erster Band Pelt. 

:: Jack Rose/Luck In The Valley - Thrill Jockey/Rough Trade




Phill Niblock - Touch Strings

touch stringstouch strings'Touch Strings' is Phill Niblock's fourth release for the Touch label and even considering the vastness of his body of work, this is one of the most comprehensive documents of his extreme approach to reductive composition to have been realized. Sufficient to warrant a double-cd release format, this engrossing album features 3 works focussed on vast harmonic tapestries produced with electric guitars, basses and cellos. As always with Niblock the focus remains on the beating of the interference tones that sprawl across the frequency ranges, recalling works by artists such as Alvin Lucier or the Romanian spectral composers like Radulescu or Dumitrescu. The pieces are far from easy, and to fully appreciate and digest the incomparable stasis of the work, it demands a full and uninterrupted listening mode. For those of you with more challenged attention spans, the 46-minute 'One Large Rose' offers a much denser arrangement yielding a powerfully direct orchestral drone that (excuse the painfully obvious metaphor) ebbs and flows on a tectonic scale. The piece took the Nelly Boyd Ensemble four takes to achieve the final version, further testament to the focussed and intense concentration at work beneath the lethargic, quivering exterior of the sound masses. With the drone scene churning out endless releases of feeble pitched-down orchestral loopage, its something of a master-class to listen to one of the defining works of one of the genres wise old heads. No cheap tricks, no lazy processing, just beautifully recorded, texturally vibrant drones. Genius. -- simon harris.

:: Phill Niblock/Touch Strings - Touch/Cargo