nate youngWolf Eye Nate Young macht ein neues Album und es ist einfach geil. So geil, dass man es gar keinem sagen mag, weil es schluss macht mit dieser ewig im Outer-Space rangierenden Frage, was ist Noise, ist Noise Punk, ist Noise new No Wave, ein Krampf im Knie oder was. Keine Frage mehr, nein meine Herren, Noise heute ist was es ist, Nate Young findet die Antwort mit "Regression". Reduktionistenplastikpop, Dekonstruktionspappmache, psychoakustisches Suggestionsmodul, reduzierte, rhythmisierte Form-Codes, schwarz auf schwarz tätowiert auf das Fell der lebend Dahinschleichenden. Schlussendlich schluss mit der Orgie aller ideellen Befreiungtheorien, sorry aber, es hat nunmal nicht funktioniert. Weil gesellschaftlicher Konsensus mit "Erfolg" meint nunmal am gängigsten Muster teilzunehmen und genau dafür belohnt zu werden. Formen der Spezialisierung/ Verweigerung machen die "Teilnahmebedingungen" umso interessanter, sie dienen als Konvergenz dem Status Quo. "Regression" knüpft hier an, unmittelbar, und ist was es ist, wenn überhaupt an irgendetwas tradiert, meint Regression Regression und nichts anderes, in gleichen Technikvoraussetzungen so weit entfernt vom Programm der Wolf Eyes wie nur irgend möglich, knüpft "Regression" an das Debüt von Kluster an, sucht Pyrolators Minimal Tape 1/2.3/Inland, verlässt den Orbit der auferlegten/ erzwungenen Innovation, schrammt unbewusst an Throbbing Gristles D.O.A/Valley Of The Shadow Of Death vorbei und sucht den Anfang der 90er, als Gruppen wie No Neck Blues Band aus einem Live-Tape ihr Debüt Album machen, das sich anhört, als würde diese Band sofort danach ein für alle Mal einpacken. Die Stücke auf "Regression" entziehen sich einer unemotionalisierten Song-Struktur, einem Nicht-Anspruch auf irgendwas, mittels einer fast "akustisch" industriell-analogen Klangfarbe jeder intellektuellen Formgebung; die morphig-klebrige (Klang-) Masse bietet sich pur selbst an als abstrakt-pulsende Zell-Struktur, die nach wie vor das gleiche Potential an suggestiver Krafterzeugung besitzt, um beim Abhören Wahrnehmung zu deformieren oder zu sensibilisieren, die eine hochauflösende Sekundenkonzentration fordert, und ist somit ein ultimatives Statement zum gegenwärtigen Status der gesellschaftlichen und sozialen (De)Reformation.
:: Nate Young/Regression - iDEAL Recordings/A-Musik.



