Fursaxa / Mycorrhizae Realm

mycorrhizae realmmycorrhizae realmMycorrhiza ist die fast poetische Geschichte einer mutualistischen Beziehung, eingegangen zwischen zwei Lebewesen: Pilz und Pflanze. In Verschmelzung leben jene gleichberechtigt beisammen  - als Einheit, die ihren Zugang zum Quell des Lebens zu optimieren versteht. Ein solch wundersam besetztes Reich betritt Tara Burke (a.k.a. Fursaxa) auf ihrem nunmehr siebten Album „Mycorrhizae Realm“. Erstmals hat sie dafür ihr Haus verlassen, um im Hexham Head Studio in Philadelphia gleichsam sieben Songs einzuspielen. In Anklang an die symbiotische Idee war sie dabei nicht allein, einige Musiker aus dem früheren „Valerie-Projekt“ (ein Live-Soundtrack zum tschechischen 70er Jahre Film „Valerie and her week of wonders“), wie z.B. Helena Espvall (Espers) halfen aus, das musikalisch mäandernde Geflecht zu bilden, das sich auf „Mycorrhizae Realm“ großflächig ausbreitet. Der Opener „Lunaria Exits The Blue Lodge“ ist behutsam beschwörender Auftakt dessen: Taras Stimme tönt zu zarten Klängen, ein Windspiel klimpert. Wir begeben uns auf die Reise, gleiten  langsam hinüber in eine mystische Parallelwelt, die sich in den folgenden Songs nur weiter und tiefer entspinnt. Die Instrumentalisierung wird dabei von urtümlich anmutenden Field-Recordings,  dichten Celloflächen, Harfen-Klängen und gezupfter Gitarre bestimmt. Darauf wandert Taras, oft mehrstimmiger glockenheller Gesang mit der Eindringlichkeit einer Sirene. In „Sunhead Bowed“ erreicht er einen dramatischen Höhepunkt: Gitarre und Stimme verschmelzen melodisch zu einem Harmonie-Kontinuum, um plötzlich beiderseitig fordernd über eben Gehörtes hinaus zu drängen. Perepetie. Ekstase, Erfüllung, Transzendenz. „Mycorrhizae Realm“ ist ein Album der Hingabe – körperlos, meditativ, hypnotisch, kraftvoll. Die Reminizenzen an mittelalterliche Mystik/Sakralität und an Psychedelic Folk (vor allem Linda Perhacs) vereinen sich auf ihm zu einem grandios entrückten Epos, in das einzutauchen die eigene Existenz schier vergessen lässt. Wie Tara Burke es gern hören würde, vermag es, ganz Floskel-frei: „to transport you to the Fairyland“. -- Eileen Seifert

:: Fursaxa / Mycorrhizae Realm - ATP Recordings/Indigo